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Articular Cartilage Injury
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Gelenkknorpel-Verletzungen

Beschreibung

Überprüft von Dr. Jack Farr

Im Kniegelenk treffen drei Knochen aufeinander: Femur (Oberschenkelknochen), Tibia (Schienbein) und Patella (Kniescheibe). Wie in vielen anderen Gelenken sind die Knochen im Knie von Gelenkknorpel bzw. hyalinem Knorpel überzogen. Zusätzlich zum Gelenkknorpel gibt es noch andere Arten von Knorpel im Knie: den Meniskusknorpel (in den Menisken, die als Stoßdämpfer am Schienbeinkopf fungieren) und den Faser- bzw. Bindegewebsknorpel. Der Gelenkknorpel hat aber spezifische chemische und physikalische Eigenschaften, aufgrund derer er sich als Gelenkoberfläche gut eignet. Wenn alles richtig funktioniert dann bewirken der Gelenkknorpel, der die Knochen umgibt, und die Gelenkflüssigkeit, als Schmiermittel, weniger Reibung im Gelenk als Wasser auf Eis. Der Gelenkknorpel, der die Knochen als dünne Schutzschicht überzieht, bewirkt, dass die Knochen bei Bewegung des Gelenks reibungslos aneinander vorbeigleiten.

Der Gelenkknorpel ist relativ verschleißbeständig, trotzdem können Zeit und Abnützung ihren Tribut verlangen. Wenn es zur Zerstörung von Knorpel kommt, bezeichnet man den Zustand als degenerative Arthritis oder Arthrose. Bei extremer Abnützung können die Knochen sogar aufeinander reiben, was zu Schmerzen und Steifheit führt. Da der hyaline Knorpel extrem schlecht heilt, bleibt eine Arthrose selten der „Selbstheilung“ überlassen. Die Forschung untersucht weiterhin Möglichkeiten zum Schutz des Knorpels vor Abnützung und zur Unterstützung der Heilung bei Verletzungen. Zur Zeit wird der Heilungsprozess allerdings meist durch ein „Mikrofraktur“-Verfahren stimuliert, bei dem im darunterliegenden Knochen kleine Fissuren gesetzt werden. Leider führt dies zur Bildung von Faserknorpel (Bindegewebsknorpel), der nicht so glatt wie hyaliner Knorpel ist.

Kniegelenkserkrankungen beruhen häufig auf Gelenkknorpelschäden. Diese werden einer oder mehreren der folgenden Kategorien zugeordnet:

  • Knorpelfraktur
    Bei Verletzung der Gelenkoberfläche ohne Bruch des darunterliegenden Knochens kommt es zu einer Knorpelfraktur. Dies tritt am häufigsten dann auf, wenn die Knochen unter beträchtlicher Krafteinwirkung gegeneinander gleiten müssen. So, kann es zum Beispiel dazu kommen, wenn das Schienbein und der Oberschenkelknochen aufeinander treffen, was durch Einwirkung einer Drehkraft bei Riss des vorderen Kreuzbands verursacht wird. Eine Knorpelfraktur kann auch als Folge eines Aufeinandertreffens der Kniescheibe und des Oberschenkelknochens auftreten und durch eine Subluxation oder Dislokation verursacht werden. Gewöhnlich wird diese Art von Verletzung nicht durch direkte Einwirkung verursacht.
  • Chondrose (Chondromalazie)
    Die Erweichung (Malazie) des Gelenkknorpels (des kartilaginären Knorpels) wird Chondromalazie genannt. Bis zur Entwicklung eines moderneren Verständnisses des Knies wurde der Ausdruck „Chondromalazie“ für alle Arten von Knieschmerzen verwendet. Obwohl die Anwendung dieses Ausdrucks in solchen Fällen falsch ist, werden ihn Patienten noch immer hören. Der allgemeinere Begriff ist „Chondrose“ bzw. Erkrankung des Knorpelgewebes. Wissenschafter und Chirurgen teilen die Chondrose in vier Kategorien ein; diese beinhalten: Grad I –Erweichung und Schwellung, Grad II – Zotten und Fasern, Grad III – Rissbildung und Grad IV – Erosion bis auf den subchondralen Knochen, wobei jegliches Knorpelgewebe fehlt. Jeder chemische oder mechanische Prozess, der eine Knorpelverletzung zur Folge hat, kann zu einer Chondrose führen.
  • Osteochondrale Fraktur
    Ein starker Schlag gegen das Knie kann dazu führen, dass ein Stück des Gelenkknorpels abgesprengt wird und dabei ein Stück des darunterliegenden Knochen mitreißt. Dies wird als osteochondrale Fraktur bezeichnet, wobei eine „Gelenkmaus“ bzw. ein freier Gelenkkörper entsteht, d.h. ein innerhalb des Gelenks frei bewegliches Knorpel- oder Knochenstück. Ein freier Gelenkkörper kann im Knie gegen das Gewebe reiben und verursacht auf diese Weise Schmerzen und Blockierung. Oft kann ein Chirurg den Gelenkkörper wieder in seine ursprüngliche Lage bringen und dort fixieren. Osteochondrale Frakturen können die Gelenkoberfläche verändern und somit auch die Belastung auf die übrigen Gewebe erhöhen.
  • Degenerative Gelenkserkrankung (Osteoarthritis)
    Früher nahmen die Ärzte an, dass eine Osteoarthritis nur bei älteren Patienten auftritt. Nach heutigem Verständnis wird diese als multifaktorieller Prozess interpretiert, der vom Alter und Gewicht des Patienten sowie von der Gelenkausrichtung beeinflusst wird. Man kann das Knie mit dem Reifen eines Autos vergleichen. Wenn die Spur verzogen ist, oder bei Überbeladung, nützen sich die Reifen schnell ab. Manchmal haben Reifen auch Herstellungsfehler, durch die ein Versagen geradezu vorprogrammiert sein kann. Ausrichtungsanomalitäten können oft operativ korrigiert werden, um den Degenerationsprozess zu verlangsamen. Eine fortgeschrittene Knochendegeneration verursacht eine Bloßlegung des Knochens und führt zu Schmerzen und Dysfunktion des Knies.

Symptome

Der Körper besitzt ein gut funktionierendes Warnsystem, das Nervensystem, das den Patienten darauf aufmerksam macht, wenn etwas nicht stimmt. Der Gelenkknorpel hat aber keine Schmerzfasern und daher kommen die Schmerzsignale von anderen Geweben, die durch die Knorpelverletzung gereizt werden. Aus diesem Grund können Knorpelverletzungen auftreten ohne dass der Patient Schmerzen verspürt. Des weiteren sind geringe Schmerzen oft die einzigen Warnzeichen für eine Gelenkknorpelverletzung. Knieschmerzen können aufgrund einer Stimulierung der Schmerzfasern im Knochen unter dem Gelenkknorpel, einer Reizung der gelenkflüssigkeitsproduzierenden Membran im Gelenk (Synovium) oder anderer sekundärer Ursachen auftreten.

  • Eine nicht-spezifische Schwellung kann ein Problem signalisieren, das durch Flüssigkeitsstau verursacht wird.
  • Ein „knackendes“ oder „knirschendes“ Geräusch, wenn das Gelenk bewegt wird.
  • Das Gefühl einer Blockierung oder des Einklemmens (ausgelöst vom freien Gelenkkörper im Gelenk).

Da die Symptome nur geringfügig oder unklar sein können, konsultieren Sie bitte einen Arzt, wenn Sie glauben, eine Gelenkknorpelverletzung zu haben.

Ursache und Risikofaktoren

Ursachen
Professionelle Sportler, wie z.B. Fußball-, Basketball-, oder Hockeyspieler sind einem größeren Risiko für die Entwicklung von Gelenkknorpelverletzungen ausgesetzt, weil die Bewegungen, die sie ausführen, eine große Belastung für das Knie darstellen. Man braucht für ein erhöhtes Risiko aber kein Profi-Sportler zu sein. Jeder Faktor, der die Belastung des Gelenkknorpels erhöht, ist ein Risikofaktor. Die absolute Belastung, wie das Körpergewicht, ist nachweislich eine Ursache für die Abnützung des Gelenkknorpels. Zu einer Zunahme der relativen Belastung kommt es bei abnormaler Ausrichtung (z.B. durch stark gekrümmte Knie) oder aufgrund einer Veränderung der Kontaktfläche der Knochen, wenn z.B. Meniskusknorpel durch Verschleiß verloren geht. In Zukunft wird man auch gewisse biologische und genetische Risikofaktoren nachweisen können.

Behandlung

Unmittelbar nach der Verletzung
Nach einer traumatischen Verletzung, oder wenn Sie eine Schwellung bemerken, legen Sie sofort Eis auf. PECH (Pause, Eis, Compression und Hochlagerung) ist die beste Methode zur Behandlung von kleineren Verletzungen während der ersten Tage. Wie aus den oben gemachten Ausführungen erkennbar, ist es für die meisten Patienten schwierig, ein ernsthaftes Problem von einer geringfügigen Verletzung zu unterscheiden und daher ist die frühe Beurteilung durch einen Kniespezialisten unabdingbar. Falls erforderlich, nehmen Sie frei verkäufliche Schmerzmittel (N-SAIDS: nicht-steroidale entzündungshemmende Arzneimittel wie Ibuprofen oder Acetaminophen) ein, um die Schwellung und die Schmerzen zu lindern.

Beachten Sie die Packungsvorschriften bei der Einnahme im Fall von Schmerzen, Schwellung oder Bewegungseinschränkung.

Verfahren:
Die Möglichkeiten zur Darstellung der Gelenkknorpelverletzungen mittels MRI werden von Jahr zu Jahr besser. Zur Zeit sind aber nur große medizinische Zentren in der Lage, einzig und allein aufgrund eines MRI routinemäßig eine fundierte Diagnose einer Gelenkknorpelverletzung zu stellen. Auch Röntgenbilder erleichtern Ihrem Arzt den indirekten Verdacht auf eine Gelenkknorpelverletzung.

Bei degenerativer Arthritis oder Chondrose kann Ihr Arzt wenig belastende Übungen wie Schwimmen empfehlen, um die Kniemuskulatur zu kräftigen. Ein Physiotherapeut kann Ihnen geeignete Übungen zur Bewegung und Kräftigung dieser Muskeln zeigen, ohne dass das Gelenk überbelastet und das Problem noch verschlimmert wird. Vor jedem Übungsprogramm sollten Sie unbedingt Ihren Arzt aufsuchen.

Nachdem durch Chondrose abgeschilferte Knorpelstücke das Knie möglicherweise reizen, können die Knorpeltrümmer durch ein arthroskopisches Verfahren ausgewaschen und Bereiche mit geschädigtem Knorpel, der jederzeit absplittern kann, geglättet werden. Dieses Verfahren wird Chondroplastik genannt und stellt eine kurzfristige symptomatische Behandlung dar, die ein Arzt während der frühen Stadien einer Chondrose anwenden kann.

Ein Arzt kann ggf. auch ein osteochondrales oder chondrales Bruchstück, d.h. abgesplitterte Knochen- oder Knorpelstücke, mithilfe von Drähten, Schrauben oder Stiften wieder befestigen.

Bei größeren Gelenkknorpeldefekten stehen Ihrem Arzt viele Optionen zur Wiederherstellung des Knorpels zur Verfügung. Diese beinhalten die Knochenmarksstimulation, die Mosaikplastik oder OATS, wobei der Defekt mit kleinen Knochenzylindern mit anhaftendem Gelenkknorpel aufgefüllt wird. Darüber hinaus kann ein Arzt dem Patienten eine autologe Chondrozytenimplantation(ACI bzw.Carticel) empfehlen; dabei werden die Knorpelzellen des Patienten entnommen, im Labor vermehrt und anschließend in den beschädigten Kniebereich re-implantiert. Patienten können auch Knorpelgewebe von einem Leichenspender erhalten.

Vorbeugung

Zunehmende Muskelkraft in den Beinen gleicht die Belastung auf das Knie aus und kann das Degenerationsrisiko vermindern. Nach Faktoren, die den Knorpel schützen, wird weiterhin geforscht.

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